Haushalt Brühl 2026 2027: Es wird ernst!

In der Brühler Ratssitzung vom 2. März wurde der Haushalt  2026 2027 eingebracht. Und ich bin ehrlich: Nach diesem Abend geht man nicht einfach nach Hause und sagt „Business as usual“.

Wichtig ist dabei: Es war die Einbringung des Entwurfs. In den kommenden Wochen folgen nun die Haushaltsberatungen in Fraktionen, Ausschüssen und im Rat. Es wird Änderungen geben. Es wird gerungen werden. Und genau dort wird sich zeigen, wie ernst wir die Signale dieses Abends nehmen.

Erst der Bürgermeister, dann die Kämmerin. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, aber eine gemeinsame Botschaft: Die Lage ist ernst.

Wenn man die nackten Zahlen hört, klingt manches fast harmlos. 2026 ein Minus von 4,2 Millionen Euro. Das kennt man ja inzwischen. Aber wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: Diese Zahl steht nur deshalb da, weil wir Rücklagen einsetzen, 7,7 Millionen Euro aus den Stadtwerken entnehmen und einen globalen Minderaufwand einplanen, von dem heute noch niemand genau sagen kann, wo er konkret eingespart wird.

Ohne diese Effekte läge das Defizit im kommenden Jahr bei fast 14 Millionen Euro. Und 2027 wird es deutlich zweistellig.

Das ist kein Ausrutscher. Das ist strukturell.

Was der Haushalt Brühl 2026 2027 wirklich bedeutet

Gleichzeitig sprechen wir über mehr als 100 Millionen Euro Investitionen. Schulen, Kitas, OGS, Turnhallen, Förderschule, Digitalisierung. Wenn man das hört, denkt man: Genau das brauchen wir doch. Und ja, das stimmt auch. Bildung, Kinder, Vereine, Kultur – das ist das, was Brühl ausmacht. Das ist nicht Luxus. Das ist unsere Substanz.

Und genau da liegt das Dilemma.

Wir wollen diese Stadt weiterentwickeln. Wir müssen sie weiterentwickeln. Aber finanziell stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Der Städte und Gemeindebund spricht landesweit von einer katastrophalen Lage. Schulden steigen, Einnahmen wachsen nicht im gleichen Tempo wie die Ausgaben. Das Konnexitätsprinzip funktioniert in der Praxis oft nicht. Aufgaben kommen, Geld nicht immer in voller Höhe.

Das kann man alles erklären. Aber erklären ersetzt keine Lösung.

Was mir an beiden Reden gefallen hat, war die Ehrlichkeit. Es wurde nicht so getan, als könne man das Problem einfach mit einer Steuererhöhung oder einem Förderprogramm lösen. Natürlich stehen eine höhere Gewerbesteuer und perspektivisch auch eine Anhebung der Grundsteuer im Raum. Aber jedem ist klar: Das allein wird es nicht richten. Und wir müssen aufpassen, dass Brühl bezahlbar bleibt.

Also geht der Blick zwangsläufig auf die Ausgabenseite. Standards prüfen. Projekte priorisieren. Vielleicht auch Dinge infrage stellen, die uns lieb geworden sind. Das wird nicht angenehm. Politik wird in den nächsten Monaten anstrengender werden als in den letzten Jahren.

Mich beschäftigt vor allem ein Gedanke:

„Noch entscheiden wir selbst.“

Noch können wir sagen, wo wir kürzen, wo wir investieren, wo wir Schwerpunkte setzen. Wenn wir diesen Moment verpassen, droht irgendwann die Haushaltssicherung. Und dann entscheiden andere mit deutlich weniger Spielraum für lokale Besonderheiten.

Das will hier eigentlich niemand.

Dieser Doppelhaushalt verschafft uns Zeit. Aber er ist keine Entwarnung. Er ist eher eine letzte gelbe Karte.

Jetzt beginnt die Phase, in der aus Zahlen Entscheidungen werden.
Leicht wird das nicht.

Aber Wegschauen ist keine Option.
Es wird ernst. Und das ist keine Floskel. Der Haushalt Brühl 2026 2027 ist kein Routinewerk. Er ist eine Richtungsentscheidung.

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