Ganz dünnes Eis

Es ist bequem, im Nachhinein über Fehler zu sprechen.

Wenn etwas schiefgelaufen ist, sind die Erklärungen meist schnell zur Hand. Wer hätte anders handeln müssen, wer war unvorsichtig, wer hat nicht aufgepasst. Das beruhigt, weil es Ordnung schafft. Ursache hier, Wirkung dort. Abgeschlossenes Kapitel.

Was mich mehr beschäftigt, ist der Moment davor.

Der Moment, in dem man merkt, dass etwas nicht stimmt – und trotzdem weitergeht. Nicht aus Leichtsinn. Oft aus Routine. Oder weil man denkt: Wird schon gutgehen. Man kennt den Weg ja. Man ist ihn schon oft gegangen. Und bisher ist auch nichts passiert.

Genau dort wird es interessant.
Nicht beim Einbruch. Sondern beim Weitergehen. „Ganz dünnes Eis“ weiterlesen