Ein bewusster Schritt

Wie es für mich weitergeht

Die Entscheidung selbst ist schon vor einigen Wochen gefallen.
Die Monate davor waren eher dafür da, mich zu orientieren, Dinge für mich einzuordnen und in Ruhe zu schauen, in welche Richtung es gehen soll.

Die letzten knapp sieben Jahre bei Lidl waren intensiv. Das war nichts, was man einfach so nebenbei macht. Es war nah am Tagesgeschäft, nah an den Menschen und oft sehr direkt. Entscheidungen wurden nicht lange aufgeschoben, sondern getroffen. Genau diese Arbeitsweise liegt mir und hat mich in dieser Zeit ein gutes Stück weitergebracht.

Was mir aus dieser Zeit vor allem bleibt, sind die vielen Begegnungen. Gespräche, Situationen und Momente, die man nicht planen kann und die genau deshalb hängen bleiben. Ich habe viel Unterstützung erlebt und immer wieder gemerkt, dass man nicht allein unterwegs ist, wenn es darauf ankommt.

Und trotzdem gab es diese Momente, in denen man anfängt, Dinge anders zu sehen. Nicht, weil plötzlich alles nicht mehr passt, sondern weil sich der eigene Blick verändert. Bei mir ist daraus Schritt für Schritt eine klare Entscheidung entstanden.

Nach rund 30 Jahren im Handel habe ich für mich gemerkt, dass ich nochmal bewusst etwas verändern möchte. Nicht aus Unzufriedenheit heraus, sondern weil ich neugierig geblieben bin und Lust habe, Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Zum 1. Juni werde ich zur Sparkasse KölnBonn wechseln.

Was mich daran reizt, ist nicht nur die Aufgabe an sich. Es ist die Kombination aus Nähe zu den Menschen, der regionalen Verankerung und der Möglichkeit, Themen in einem anderen Kontext zu gestalten. Die Arbeit mit Menschen war für mich immer zentral, daran ändert sich nichts. Aber der Rahmen, in dem das passiert, ist ein anderer. Und genau das macht es für mich spannend.

Eine Organisation, die auf eine 200-jährige Geschichte zurückblickt und gleichzeitig nach vorne denkt, bringt genau diese Mischung mit. Erfahrung auf der einen Seite und die Offenheit, Dinge weiterzuentwickeln, auf der anderen.

Ich gehe diesen Schritt bewusst. Nicht, weil ich etwas hinter mir lassen will, sondern weil ich etwas Neues anfangen möchte. Und weil es sich für mich nach dem richtigen Zeitpunkt anfühlt.

Was ich mitnehme, sind viele Erfahrungen, aber vor allem die Menschen und die Momente, die bleiben werden. Und am Ende ist da vor allem eines: Dankbarkeit für das, was war, und Vorfreude auf das, was kommt.

Genau dazwischen

Zwei Welten. Und genau das macht den Unterschied

In letzter Zeit stolpere ich im Netz und Social Media immer häufiger über Beiträge zu Generationen. Babyboomer hier, Generation X da, Millennials sowieso. Jeder erklärt, wie die anderen ticken, was sie antreibt und warum sie so sind, wie sie sind. Ich habe mich irgendwann gefragt, was das eigentlich für mich bedeutet. Und vielleicht auch für dich, wenn du aus einem ähnlichen Jahrgang kommst.

Formal gehöre ich zur Generation X (1965–1980). Davor liegen die Babyboomer (1946–1964), danach die Generation Y, also die Millennials (1981–1996). Klingt erstmal nach sauberer Einordnung, fühlt sich aber nicht so eindeutig an.

Wenn du in den späten 70ern geboren bist, dann weißt du genau, was ich meine. Wir sind ohne Internet aufgewachsen. Telefon mit Wählscheibe oder später mit Tasten, dieses typische Klingeln, das durch die ganze Wohnung ging. Verabredungen ohne Sicherheitsnetz. Wenn du nicht da warst, warst du weg. Punkt. Und dann kam irgendwann das Internet. 56k-Modem, dieses Geräusch beim Einwählen, und der Satz „Kannst du bitte kurz nicht telefonieren, ich bin gerade drin“. „Bin ich da schon drin?“ war plötzlich mehr als nur Werbung. „Genau dazwischen“ weiterlesen

Die Orange Bank in Brühl

Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Heute wurde in Brühl eine orangene Bank eingeweiht. Klingt erstmal unspektakulär, ist es aber nicht.

Die Farbe Orange steht weltweit für den Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Dahinter steckt unter anderem die UN-Kampagne „Orange the World“, die jedes Jahr rund um den 25. November läuft, den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Die Idee ist dabei ziemlich klar: Das Thema nicht nur punktuell sichtbar machen, sondern dauerhaft in den Alltag holen.

Genau das passiert jetzt auch in Brühl.

„Die Orange Bank in Brühl“ weiterlesen

Haushalt Brühl 2026 2027: Es wird ernst!

In der Brühler Ratssitzung vom 2. März wurde der Haushalt  2026 2027 eingebracht. Und ich bin ehrlich: Nach diesem Abend geht man nicht einfach nach Hause und sagt „Business as usual“.

Wichtig ist dabei: Es war die Einbringung des Entwurfs. In den kommenden Wochen folgen nun die Haushaltsberatungen in Fraktionen, Ausschüssen und im Rat. Es wird Änderungen geben. Es wird gerungen werden. Und genau dort wird sich zeigen, wie ernst wir die Signale dieses Abends nehmen.

Erst der Bürgermeister, dann die Kämmerin. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, aber eine gemeinsame Botschaft: Die Lage ist ernst.

Wenn man die nackten Zahlen hört, klingt manches fast harmlos. 2026 ein Minus von 4,2 Millionen Euro. Das kennt man ja inzwischen. Aber wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: Diese Zahl steht nur deshalb da, weil wir Rücklagen einsetzen, 7,7 Millionen Euro aus den Stadtwerken entnehmen und einen globalen Minderaufwand einplanen, von dem heute noch niemand genau sagen kann, wo er konkret eingespart wird.

Ohne diese Effekte läge das Defizit im kommenden Jahr bei fast 14 Millionen Euro. Und 2027 wird es deutlich zweistellig.

Das ist kein Ausrutscher. Das ist strukturell. „Haushalt Brühl 2026 2027: Es wird ernst!“ weiterlesen

Zwischen WhatsApp-Gruppe und Wirklichkeit

Wie digital ist Brühl eigentlich?

Am 10. Februar ist Safer Internet Day. Ein Aktionstag, der jedes Jahr die Frage aufwirft, wie sicher wir uns im Netz bewegen. Meist geht es dabei um technische Risiken, um Kinder, um Plattformen. Alles berechtigte Themen. Und trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass wir dabei an dem vorbeireden, was uns im Alltag tatsächlich begegnet.

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, denken viele zuerst an Glasfaser, Online-Formulare oder öffentliches WLAN. Das ist wichtig, keine Frage. Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Wie digital ein Ort wirklich ist, zeigt sich nicht allein an seiner Infrastruktur, sondern daran, wie Menschen sich online verhalten, vor allem dann, wenn es um ihre eigene Stadt geht. „Zwischen WhatsApp-Gruppe und Wirklichkeit“ weiterlesen

27. Januar – Erinnern heißt Haltung zeigen

Der 27. Januar ist für mich kein formaler Gedenktag. Er ist ein notwendiger Einschnitt. Ein Tag, der uns zwingt, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen und Geschichte als etwas Abgeschlossenes zu betrachten.

An diesem Tag erinnern wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Er steht für die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau – und für einen Zivilisationsbruch, der sich weder relativieren noch einordnen lässt.

Sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden. Dazu Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Menschen, denen systematisch ihre Würde und ihr Leben genommen wurden. Das ist keine abstrakte Zahl, sondern millionenfaches, individuelles Leid.

Erinnerung darf dabei nicht folgenlos bleiben.
Sie wird erst dann glaubwürdig, wenn sie konkrete Formen annimmt.

In Brühl heißt das für mich: „27. Januar – Erinnern heißt Haltung zeigen“ weiterlesen

Wenn Zugehörigkeit konkret wird

Einbürgerung heißt dazugehören – und Verantwortung übernehmen

Es war kein großes Event und keine Show, aber ein wichtiger Termin. Im Kapitelsaal des Rathauses Brühl saßen Menschen, für die dieser Abend viel bedeutet hat. Für sie war es kein formaler Akt, sondern ein Schritt, der ihr Leben hier endgültig festmacht.

Natürlich gab es Applaus, und der passte auch. Nicht laut oder überschwänglich, sondern ehrlich. Als Anerkennung für einen Weg, der Zeit, Geduld und eine klare Entscheidung braucht.

Als Stadtrat sitzt man bei solchen Anlässen eher still dabei. Man hört zu, schaut hin und denkt nach. Und man merkt, dass Politik nicht nur aus Diskussionen und Beschlüssen besteht, sondern auch aus Momenten, in denen Zugehörigkeit ganz konkret wird. „Wenn Zugehörigkeit konkret wird“ weiterlesen

Warum ich trotzdem schreibe – im Blog und in Social Media

Warum schreibt man eigentlich noch einen Blog oder postet etwas auf Instagram oder Facebook, wenn es offensichtlich niemanden interessiert und weder Likes noch Kommentare kommen?

So hart formuliert das kaum jemand. Aber genau das schwingt oft mit, wenn diese Frage gestellt wird. Likes, Reichweite und Reaktionen gelten inzwischen als Maßstab dafür, ob sich etwas gelohnt hat. Mein Blog und meine Posts folgen einer anderen Logik. Und genau darüber möchte ich schreiben. „Warum ich trotzdem schreibe – im Blog und in Social Media“ weiterlesen

Ganz dünnes Eis

Es ist bequem, im Nachhinein über Fehler zu sprechen.

Wenn etwas schiefgelaufen ist, sind die Erklärungen meist schnell zur Hand. Wer hätte anders handeln müssen, wer war unvorsichtig, wer hat nicht aufgepasst. Das beruhigt, weil es Ordnung schafft. Ursache hier, Wirkung dort. Abgeschlossenes Kapitel.

Was mich mehr beschäftigt, ist der Moment davor.

Der Moment, in dem man merkt, dass etwas nicht stimmt – und trotzdem weitergeht. Nicht aus Leichtsinn. Oft aus Routine. Oder weil man denkt: Wird schon gutgehen. Man kennt den Weg ja. Man ist ihn schon oft gegangen. Und bisher ist auch nichts passiert.

Genau dort wird es interessant.
Nicht beim Einbruch. Sondern beim Weitergehen. „Ganz dünnes Eis“ weiterlesen

Was 2026 für mich bedeutet:

Gesundheit neu denken – im Alltag

Silvester ist vorbei.
Das Feuerwerk ist weggeräumt, der Alltag klopft langsam wieder an.

Und ehrlich gesagt: Genau dann fängt das neue Jahr ja erst richtig an. Für mich ist genau das der Punkt, an dem sich entscheidet, was 2026 wirklich bedeutet.

Man wünscht sich zum Jahreswechsel immer Gesundheit. Ich auch.
Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich: Das ist kein Satz für die Grußkarte, sondern eigentlich eine Haltung.

Gesund sein heißt für mich längst nicht mehr nur „nicht krank“.
Es heißt, ab und zu einen Gang rauszunehmen. Nicht überall mitzumüssen.
Nicht jedes Thema sofort entscheiden zu wollen, sondern gezielt priorisieren.

Gesundheit hat viel damit zu tun, wie wir mit uns selbst umgehen.
Und mit anderen. Im Job. In der Familie. Im Alltag.
Manchmal auch darin, Dinge einfach mal liegen zu lassen.

Ich wünsche mir für 2026 ein Jahr, in dem wir uns weniger unnötigen Druck machen. In dem nicht alles perfekt sein muss, um gut zu sein.
Und in dem wir stärker darauf achten, was uns langfristig leistungsfähig hält – statt nur darauf, was noch schnell erledigt werden muss.

Ich wünsche mir ein Jahr, in dem wir unsere Energie vernünftig einsetzen. Nicht weniger Einsatz, sondern den richtigen. Nicht alles gleichzeitig, sondern das, was wirklich zählt.

Wenn das gelingt, kommt vieles von allein.
Mehr Ruhe.
Mehr Klarheit.
Und vielleicht auch mehr Zufriedenheit.

Das ist meine Hoffnung für 2026.

In diesem Sinne:
Kommt gut ins neue Jahr.
Bleibt gesund – im besten, menschlichsten Sinne.