Warum ich trotzdem schreibe – im Blog und in Social Media

Liegengebliebene Like-, Share- und Follow-Schilder auf leerer Straße als Symbol für Social-Media-Aufmerksamkeit

Warum schreibt man eigentlich noch einen Blog oder postet etwas auf Instagram oder Facebook, wenn es offensichtlich niemanden interessiert und weder Likes noch Kommentare kommen?

So hart formuliert das kaum jemand. Aber genau das schwingt oft mit, wenn diese Frage gestellt wird. Likes, Reichweite und Reaktionen gelten inzwischen als Maßstab dafür, ob sich etwas gelohnt hat. Mein Blog und meine Posts folgen einer anderen Logik. Und genau darüber möchte ich schreiben.

Menschenmenge hält Schilder mit den Worten Like, Share und Follow hoch als Symbol für Social-Media-Aufmerksamkeit
Woher diese Frage eigentlich kommt

Ich habe mir diese Frage lange selbst nicht gestellt. Sie kam von außen. Von Menschen, die ehrlich interessiert waren, aber auch ein wenig irritiert. Warum ich mir Gedanken mache, Texte schreibe, Bilder entwerfe, obwohl ziemlich klar ist, dass daraus keine Zahlen entstehen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass diese Frage weniger über das aussagt, was ich veröffentliche, als über das, was wir inzwischen erwarten.

Wenn Sichtbarkeit zum Maßstab wird

Wir haben uns daran gewöhnt, Wert mit Sichtbarkeit zu verwechseln. Was viele Reaktionen bekommt, gilt als relevant. Was leise bleibt, wird schnell als überflüssig abgetan. Genau an diesem Punkt beginnt mein Unbehagen. Und genau hier liegt auch der Grund, warum ich trotzdem schreibe.

Kein Kreislauf, keine Verwertungslogik

Blogbeiträge sind für mich oft einfach Gedanken und Themen, die mich beschäftigen. Nicht mehr und nicht weniger. Manche brauchen Raum, andere nur einen Moment. Und nicht alles, was mich gerade umtreibt, gehört automatisch in Social Media. Genauso wenig wird jeder Social-Media-Post im Blog nachgearbeitet. Dafür gibt es keinen Plan, und ehrlich gesagt brauche ich den auch nicht.

Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Dynamiken

Der Blog ist kein Langformat für den Feed. Und Social Media ist kein Schaufenster für den Blog. Beides sind unterschiedliche Orte mit unterschiedlicher Dynamik. Manchmal entsteht ein Text im Blog und bleibt genau dort, weil er dort richtig ist. Manchmal teile ich einen Gedanken später, manchmal auch gar nicht. Und manches darf einfach leise bleiben.

Zwischen Ausdruck und Aufmerksamkeit

Natürlich ist es völlig legitim, mit Social Media Geld zu verdienen. Wirklich. Ich freue mich auch über Austausch, über Kommentare, über ehrliche Resonanz. Aber ich poste nicht, um Zahlen zu sammeln oder etwas zu beweisen. Schreiben ist für mich eher ein Sortieren, ein Festhalten, manchmal auch ein Loswerden von Gedanken.

Das Bild mit den vielen Schildern – Like, Share, Follow – ist genau aus diesem Gefühl heraus entstanden. Nicht als Anklage und nicht gegen irgendwen. Eher als Beobachtung. Wir alle bewegen uns in diesem Spannungsfeld zwischen Ausdruck und Aufmerksamkeit. Als Absender genauso wie als Leser.

Was am Ende bleibt

Für mich zählt am Ende nicht die Zahl unter einem Beitrag. Sondern dieses Gefühl, ob ich ehrlich gewesen bin. Ob ich etwas geschrieben habe, das wirklich von mir kommt oder nur aus dem Wunsch heraus entstanden ist, irgendwie zu funktionieren.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum manches einfach entstehen darf, ohne Applaus zu brauchen. Nicht alles muss laut sein, nicht alles muss weitergetragen werden. Manchmal reicht es, wenn ein Gedanke einen Platz findet und dort bleiben kann.

Und wenn jemand stehenbleibt, weiterliest oder etwas dazu kommentiert, dann ist das schön. Nicht als Bestätigung, sondern als Gespräch. Mehr erwarte ich eigentlich gar nicht.

Weiterführende Links:

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