Wenn Zugehörigkeit konkret wird

Einbürgerung heißt dazugehören – und Verantwortung übernehmen

Es war kein großes Event und keine Show, aber ein wichtiger Termin. Im Kapitelsaal des Rathauses Brühl saßen Menschen, für die dieser Abend viel bedeutet hat. Für sie war es kein formaler Akt, sondern ein Schritt, der ihr Leben hier endgültig festmacht.

Natürlich gab es Applaus, und der passte auch. Nicht laut oder überschwänglich, sondern ehrlich. Als Anerkennung für einen Weg, der Zeit, Geduld und eine klare Entscheidung braucht.

Als Stadtrat sitzt man bei solchen Anlässen eher still dabei. Man hört zu, schaut hin und denkt nach. Und man merkt, dass Politik nicht nur aus Diskussionen und Beschlüssen besteht, sondern auch aus Momenten, in denen Zugehörigkeit ganz konkret wird.

Einbürgerung heißt dazugehören, aber sie heißt auch Verantwortung übernehmen. Beides gehört zusammen.

Als Mitglied des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration (AfCI) ist mir wichtig, Integration zu unterstützen. Gleichzeitig zeigt die Praxis immer wieder: Integration gelingt nur dort, wo Menschen sie auch wollen. Eine Stadt kann offen sein und Teilhabe ermöglichen, aber sie kann Integration nicht verordnen. Sie entsteht dann, wenn Menschen bewusst Teil unserer Gesellschaft sein möchten und bereit sind, sich einzubringen – im Alltag, in der Sprache, im Miteinander und in den Regeln, die für alle gelten.

Zugehörigkeit entsteht nicht mit einer Urkunde, sondern wächst mit der Zeit. Vielleicht ist genau das die Stärke solcher Veranstaltungen: dass sie zeigen, dass Integration kein Versprechen einer Seite ist, sondern eine gemeinsame Aufgabe.

Mich interessiert, wie andere diesen Weg erleben – hier in Brühl und darüber hinaus.

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