Dienst anerkennen. Verantwortung würdigen.
In Deutschland ist Anerkennung für geleisteten Dienst lange kein selbstverständliches Thema gewesen.
Das Veteranenabzeichen der Bundeswehr ist ein spätes, aber wichtiges Zeichen, diese Lücke zu schließen.
Für mich steht es nicht für Pathos oder Auszeichnungen, sondern für Respekt.
Es ist kein Orden.
Es zeichnet keinen einzelnen Einsatz aus.
Und es will auch nichts verherrlichen.
Es steht schlicht für einen geleisteten Dienst.
Wer Veteran ist? Mehr Menschen, als viele denken
Der Veteranenbegriff ist in Deutschland bewusst weit gefasst.
Veteran ist, wer ehrenhaft in der Bundeswehr gedient hat – unabhängig von Einsatz, Laufbahn oder Dienstgrad.
Das schließt aktive Soldatinnen und Soldaten ebenso ein wie diejenigen, die ihren Dienst bereits beendet haben.
Auch mich.

Ich habe von 1998 bis 2002 in der Bundeswehr gedient. Eine Zeit, die mich geprägt hat – und deren Bedeutung nicht in Worten liegt.
Verantwortung übernehmen, Teil eines Ganzen sein, sich auf andere verlassen können.
Warum das Veteranenabzeichen für alle Soldaten gilt
Das Veteranenabzeichen der Bundeswehr richtet sich bewusst an alle Soldatinnen und Soldaten, die ehrenhaft gedient haben – nicht nur an diejenigen mit Auslandseinsatz.
Diese Entscheidung ist kein Zufall.
Sie trägt der Realität militärischen Dienstes Rechnung.
Die Bundeswehr funktioniert als Gesamtsystem.
Einsatzfähigkeit entsteht nicht allein im Einsatz, sondern durch Ausbildung, Vorbereitung, Führung, Unterstützung und Verantwortung – oft über viele Jahre hinweg.
Wer gedient hat, hat seinen Teil zu diesem System beigetragen.
Unabhängig davon, ob der Dienst im Einsatz, in der Ausbildung, in der Führung oder im Hintergrund stattfand.
Das Veteranenabzeichen unterscheidet deshalb nicht nach Einsatzort, sondern erkennt Dienst als solchen an.
Das Veteranenabzeichen
Das Abzeichen selbst ist bewusst zurückhaltend gestaltet: ein Kreuz, der Bundesadler im Zentrum.
Keine großen Gesten, keine Effekte.
Gerade das macht seine Wirkung aus.
Es sagt nicht: Schaut her.
Es sagt: Es war Teil meines Weges.
Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
Warum dieses Zeichen wichtig ist
Deutschland hat lange gebraucht, um überhaupt sichtbar über Veteranen zu sprechen. Dabei haben viele Frauen und Männer in Uniform Verantwortung übernommen – im Alltag, in Ausbildung, im Hintergrund oder im Einsatz.
Das Veteranenabzeichen der Bundeswehr schließt hier eine Lücke.
Es schafft Sichtbarkeit, ohne zu polarisieren.
Es würdigt Leistung, ohne zu überhöhen.
Es unterscheidet nicht nach Dienstgrad, Einheit oder Einsatzort.
Es erkennt an – klar und respektvoll.
„Es war mir eine Ehre“
Dieser Satz wird oft benutzt.
Manchmal zu häufig, manchmal zu gedankenlos.

In diesem Zusammenhang trifft er für mich dennoch zu.
Nicht im Sinne von Pathos oder Überhöhung, sondern als nüchterne Feststellung:
Verantwortung übernommen zu haben, prägt – auch über den Dienst hinaus.
Anerkennung endet nicht mit dem Dienst
Mein Dienst von 1998 bis 2002 liegt viele Jahre zurück, doch die Werte dieser Zeit begleiten mich bis heute – deshalb war und ist es mir eine Ehre.
Eine gelebte Veteranenkultur entsteht nicht allein durch Abzeichen.
Sie entsteht durch Haltung.
Durch den Willen, Dienst anzuerkennen – dort, wo Verantwortung übernommen wurde.
Gerade in einem Land, das sich lange schwergetan hat mit dem Begriff „Veteran“, ist dieses Zeichen ein wichtiges Signal für Respekt und gesellschaftliche Wertschätzung und sollte mit Stolz getragen werden.
Und du kannst helfen, Anerkennung sichtbar zu machen – teile diesen Beitrag.
Link zur offiziellen Seite der Bundeswehr zu Veteranen(abzeichen)